Stellungnahme unserer kfd zum Pfarrentwicklungsprozess in der Pfarrgemeinde St. Michael

Der Pfarreientwicklungsprozess ist auch in der Pfarrei St. Michael in Duisburg-Meiderich in vollem Gange. Die Gemeinde St. Maximilian in Duisburg-Ruhrort gehört zu der Großgemeinde und steht mit seiner Kirche und dem Gemeindehaus – wie alle anderen Kirchen und Gebäude – zur Disposition. Anhand von Zahlen, die in der Versammlung vorgestellt wurden, will man nun die angeblich teuersten und unrentabelsten Kirchen schließen.

Die kfd St. Maximilian hat seit 2016 ein neues Vorstandsteam, 5 Frauen zwischen 33 und 69 Jahren haben das Ruder übernommen und wollen die über 150 jährige Tradition einer Frauengemeinschaft in Ruhrort fortführen. Wir haben viele neue Veranstaltungen durchgeführt und engagieren uns für eine gute und fruchtbare Gemeinschaft zwischen Alt und Jung, zwischen den verschiedenen Nationalitäten und familiären Hintergründen. Die ehrenamtliche Tätigkeit ist für uns, die wir alle beruflich und familiär stark eingebunden sind, aufwendig, aber Freude bringend. Besonders die Gottesdienste in unserer wunderschönen Kirche, die zu den schönsten in Duisburg zählt, stärken auch die kfd-Gemeinschaft in Ruhrort.

Würde unsere Kirche geschlossen, wäre das nicht nur für unsere Frauengemeinschaft ein herber Schlag, sind doch die Kirche und das Gemeindehaus städtebaulicher, kultureller und geistlicher Mittelpunkt unseres Hafenstadtteils. St. Maximilian ist seit Jahrzehnten Anlaufpunkt für die Binnenschiffer, besitzt eine (erst kürzlich mit privaten Mitteln sanierte) berühmte Orgel, besondere Kirchenfenster, eine seltene Krippe…

War es eigentlich in Ihrem Sinne, die „Kirche“ nur nach betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten ihrer Gebäude zu beurteilen (mit Zahlen, die angezweifelt werden, ohne die Berechnung von Folgekosten für denkmalgeschützte Gebäude, für die das Bistum als Eigentümer weiterhin verantwortlich ist)? „Nicht rentable“ Gebäude „abzustoßen“, die „Standorte zu optimieren“, „Personal zu reduzieren“?

Ist „Kirche“ nicht vielmehr eine Gemeinschaft, in die gerade in der heutigen Zeit viel mehr „investiert“ werden müsste, die ihr „Angebot“ ausweiten und „Werbung für ihre Sache“ machen müsste (um im betriebswirtschaftlichen Jargon zu bleiben)? Die die Kirchengebäude wieder zu Orten eines lebendigen Glaubens machen müsste und die „Arbeit“ in den Gemeinden nicht einigen wenigen Ehrenamtlichen überlassen, sondern engagiertes Personal zur „Kundenbetreuung“ einsetzen sollte? Sich mit Kirchenschließungen und frustrierten Gläubigen in eine unbedeutende Nische zurückzuziehen und den Niedergang des Christentums in Deutschland zu bedauern, ist der falsche Weg.

Bild: Adam Kozlowski

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